Einleitung

Du bist schon fast draußen. Aber es fühlt sich an wie eine Brücke ohne Geländer.

Du erlebst Momente, in denen die Welt wieder vertraut wirkt. Du kannst lachen. Etwas fühlen. Manchmal sogar DPDR vergessen. Doch dann – ein Aufflammen der Angst: Was, wenn es zurückkommt? Und wenn es nur „für eine Minute“ war?

Das ist kein Rückschritt. Das ist ein Test. So funktioniert die Erholung. Das Gehirn „prüft“, ob es wirklich sicher ist, wieder zu fühlen.

Ruhig und klar

Was mit dir passiert

Du stehst an der Grenze. Die Wahrnehmung kehrt zurück – und wird dann wieder „blass“. Und das ist normal. Es bedeutet, dass dein Nervensystem seine Stabilität prüft.

Das ist kein Rückfall. Das ist ein Lernen.

Gelassen

Was wichtig ist zu verstehen

  • Das Gehirn „erschreckt“ dich nicht. Es passt sich an.
  • In solchen Momenten schaltet die Angst wieder den Schutzmodus ein – und du spürst DPDR erneut.
  • Doch je weniger du diese „Wellen“ fürchtest, desto schneller flauen sie ab.

Du lernst, nicht trotz allem, sondern mitten hindurch zu leben.

Wertvolle Schritte

Was du in dieser Phase tun kannst

✔  Nicht in der Kontrolle hängen bleiben.
→ Je mehr du „prüfst, ob es vorbei ist“, desto stärker der Rückschlag.

✔ Übe die „Unwichtigkeit“
→ Erinnere dich: „Ich muss mich nicht perfekt fühlen. Ich muss einfach nur sein.“
→ Selbst wenn es sich jetzt seltsam anfühlt – das ist kein Defekt. Es ist eine Welle.

Erlaube das Schwanken


Die Angst vor einem Rückfall ruft ihn erst hervor. Also – lass es zu.

  • Spürst du, dass es „wiederkommt“? Sag dir:
    „Gut. Ich sehe es. Ich wehre mich nicht.“
  • Tu eine einfache Sache: Wasser einschenken, aus dem Fenster schauen.
  • Nicht analysieren. Gib dir einfach 2 Minuten zum Sein.
Stütze


Wenn es innen wackelt – finde etwas Äußeres.

  • Stell dich barfuß hin oder mit vollem Druck auf den Füßen.
  • Leg die Handflächen auf deine Brust.
  • Sag dir: „Ich stehe. Der Boden trägt mich. Das reicht.“

Dass du Angst vor einer Rückkehr hast – ist ein Zeichen, dass du bereits am anderen Ufer angekommen bist. Die Aufgabe ist jetzt nicht, „nicht zurückzulassen“, sondern aufzuhören, die Wellen zu fürchten.

Manchmal ist alles fast normal.
Ich kann lachen. Arbeiten.
Fühlen, als wäre ich ich.

Und dann plötzlich –
überrollt es mich.

Keine Panik.
Aber ein feines, unangenehmes:
„Was, wenn alles wieder anfängt?“

Ich weiß, dass es schon besser ist.
Aber diese Angst...
sie bringt das Gefühl zurück:
was, wenn es nur für eine Minute war?

Es war schwer, nicht an der Kontrolle festzuhalten:
„Ist es vorbei?“
„Kommt es wirklich nicht wieder?“
„Und wenn doch…?“

Aber ich begann zu bemerken:
das ist kein Rückfall.
Es ist nur – das Kräuseln des Wassers,
wenn du schon fast am Ufer bist.

Ich lerne, diese Welle nicht zu fürchten.
Sie durchziehen zu lassen.
Ohne Kontrolle.
Ohne Panik.

Manchmal stehe ich einfach.
Spüre den Boden unter den Füßen.
Berühre die Wand.
Und sage:
„Ich bin hier. Auch wenn es wieder verschwimmt.“

Und das genügt.

Ich versuche nicht, die „Norm“ festzuhalten.
Ich lerne – keine Angst vor ihrem Verlust zu haben.

Mit Respekt und Wärme,  
Serge

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Die Erholung verläuft nicht geradlinig, sondern wie ein Atemzug: Einatmen – und wieder Stille.
Deine Aufgabe ist es nicht, den Atem festzuhalten, sondern den Ausatem nicht zu fürchten.