DPDR-help / Phase 2
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DPDR-help / Phase 2
Du bist nicht in Panik. Aber auch nicht bei dir. Du suchst keinen Ausweg. Aber du spürst auch nicht, dass du lebst. Es ist keine Leere. Es ist eine Abschaltung. So schützt sich das Gehirn, wenn es keine Gefühle mehr verarbeiten kann.
Du bist nicht verschwunden. Du bist nur tiefer in den „Energiesparmodus“ gegangen.
Das Gehirn hat aufgehört, zu starke Signale durchzulassen. Es ist, als wäre der innere Ton ausgeschaltet – nicht weil du verschwunden bist, sondern weil die Lautstärke der Empfindungen zu gefährlich wurde.
Du hast deine Gefühle nicht verloren. Sie gehen im Moment nur nicht durch den Filter.
In dieser Phase darfst du nicht auf Motivation warten. Es geht darum, einfache Schritte zu tun – nicht um etwas zu fühlen, sondern um die Aufmerksamkeit zu wecken.
✔ Versuche nicht, dich „aufzurütteln“ – das funktioniert nicht.
→ Du musst jetzt nichts „fühlen“. Du musst einfach anfangen, dich zu bewegen – ohne Erwartung eines Ergebnisses.
✔ Mach 3 leise Handlungen:
→ Schau aus dem Fenster. → Bestimme, welche Tageszeit gerade ist – nicht nach der Uhr, sondern nach dem Licht. → Nimm wahr: auch wenn es dir „egal“ erscheint – du hast es getan.
✔ Mach einfache körperliche Handlungen.
→ Das ist wichtiger, als es scheint.
Wenn keine Emotionen da sind – aktiviere die Haut.
Manchmal ist es leichter, Bewegung zu spüren als ein Gefühl.
In der Phase der „Stille“ musst du nicht „viel“ tun. Aber nichts zu tun bedeutet, stehen zu bleiben. Jede einfache Bewegung – auch ohne Emotion – ist ein Schritt zurück ins Leben.
Ich erinnere mich daran.
Keine Panik. Kein Schmerz.
Nur … Stille.
Alles war flach.
Nichts rief eine Reaktion hervor.
Als ob innen der Ton ausgeschaltet wäre.
Ich konnte auf alles schauen —
und absolut nichts fühlen.
Keine Freude. Keine Angst.
Einfach — nichts.
Aber ich war nicht verschwunden.
Du auch nicht.
Das ist keine Leere.
Es ist nur eine Pause.
Das Gehirn hat die Emotionen ausgeschaltet, um nicht zu überhitzen.
Ich habe nicht darauf gewartet, dass etwas „hilft“.
Aber ich habe angefangen, einfache Dinge zu tun.
Nicht wegen des Sinns.
Sondern um nicht einzufrieren.
Manchmal bin ich einfach gegangen.
Manchmal habe ich gesehen, wie das Licht auf die Wand fällt.
Manchmal habe ich eine Tasse in den Händen gehalten.
Und ich habe sie nicht gespürt.
Aber ich habe sie trotzdem gehalten.
Ich wusste nicht, wann alles zurückkehrt.
Aber ich begann, selbst zurückzukehren.
Und das kannst du auch.
Nicht um etwas zu fühlen.
Sondern um bei dir zu sein,
auch wenn du dich jetzt nicht spürst.
Einfach da sein.
Das ist schon ein Anfang.

Mit Respekt und Wärme,
Serge