ABSCHNITT 6. DPDR IN VERSCHIEDENEN GRUPPEN

Jugendliche durchlaufen starke innere Veränderungen:

• Hormonschwankungen,
• intensivere Emotionen,
• der präfrontale Kortex reift noch,
• Stress wird stärker erlebt.

Mit Schlafmangel und schulischer Belastung tritt DPDR leichter auf.

Typische Beschreibungen:

• „Ich fühle mich nicht wie ich selbst“,
• „alles wirkt traumartig“,
• „ich fühle mich leer“,
• „die Welt wirkt ausgeschaltet“.

Diese Reaktionen sind umkehrbar und kein Verlust der Realität.

Wichtig für Eltern:

• ruhig bleiben und die Angst des Jugendlichen nicht verstärken,
• Schlaf, Ernährung und Pausen stabilisieren,
• körperliche Orientierung geben — Spaziergänge, Bewegung, Alltag,
• nicht „du bist okay“ sagen, sondern „ich bin da“,
• bei Verdacht auf Depression oder Suizidgedanken Hilfe aufsuchen.

Bei Kindern wird DPDR selten diagnostiziert,
aber vorübergehende Gefühle wie „ich bin nicht ich“ können auftreten bei:

• starkem Stress,
• Schlafmangel,
• Angst,
• schulischer Überlastung.

Diese Zustände gehen meist schnell vorbei.

DPDR kann deutlicher werden:

• vor der Periode (PMS),
• bei hormonellen Veränderungen,
• bei erhöhter Angst,
• bei Müdigkeit und Stress.

Diese Sensibilität ist vorübergehend.

Bei Männern tritt DPDR häufig auf:

• bei langfristigem innerem Stress,
• bei Schwierigkeiten, Emotionen auszudrücken,
• bei Überarbeitung,
• bei angestauter Anspannung.

Die Symptome sind gleich, die Auslöser jedoch oft Erschöpfung und Druck.

Bei ADHS und Autismus:

• das Gehirn ermüdet schneller durch Reize,
• Aufmerksamkeit springt leichter,
• sensorische Signale können überwältigend wirken.

DPDR kann als Reaktion auf Überlastung oder Angst auftreten.

Nach emotionalem oder körperlichem Trauma:

• dämpft das Gehirn Empfindungen,
• Emotionen wirken gedämpft,
• Wahrnehmung wird flacher.

Dies ist ein Schutzmechanismus, kein Schaden.

Cannabis kann verursachen:

• erhöhte Angst,
• veränderte Wahrnehmung,
• verstärkte Selbstbeobachtung.

DPDR kann auch nach Abklingen der Wirkung anhalten.
Alkohol wirkt indirekter, meist über Schlafstörungen.

Chronische Angst:

• überlastet das Nervensystem,
• verstärkt Selbstbeobachtung,
• ermüdet den Körper.

DPDR erscheint wie eine „Pause“, um mit der Anspannung umzugehen.

Hochsensible Menschen (HSP):

• ermüden schneller,
• haben intensivere Reaktionen auf Lärm, Licht, Gefühle,
• erleben Stress tiefer.

DPDR entsteht, wenn die Belastung zu lange anhält.

Nach Infektionen oder langanhaltender Müdigkeit können auftreten:

• schwächere Interozeption,
• Gefühl der Distanz,
• langsamere Wahrnehmung,
• gedämpfte Emotionen.

Dies ähnelt postviraler Erschöpfung und bessert sich meist mit der Genesung.