Warum fühle ich meinen Körper nicht?
Einer der seltsamsten Aspekte von DPDR ist das Gefühl, dass der Körper irgendwie „fremd“ oder „abgeschaltet“ geworden ist.
- Du siehst deine Hände – und spürst sie wie durch Glas.
- Du bewegst dich – und die Bewegungen wirken entfernt.
- Du lebst – und nimmst den Körper eher als Idee wahr, nicht als lebendigen Teil von dir.
Das kann sehr beängstigend sein.
Doch wichtig zu verstehen: Das ist kein Verlust des Körpers. Und kein Zeichen von Zerstörung. Es ist eine vorübergehende Schutzreaktion des Gehirns.
Warum dieses Gefühl entsteht
Wenn das Niveau von Angst oder innerem Stress sehr hoch wird, schaltet das Gehirn in einen besonderen Schutzmodus.
Es dämpft die Körperwahrnehmung, um:
- emotionale Überlastung zu reduzieren,
- den Strom sensorischer Signale zu verringern,
- die Funktionsfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen zu bewahren.
Was du erlebst, ist verstärkter Selbstschutz, keine Fehlfunktion.
Wie Fachleute es erklären
- Bei DPDR „verwässert“ das Gehirn die Körpergrenzen, um Energie zu sparen.
- Das Gefühl der Distanz zum Körper ist ein Symptom innerer Überlastung, kein Krankheitszeichen.
Du verlierst den Körper nicht. Du hast nur vorübergehend den vollen Kontakt zu seinen Empfindungen verloren.
Und dieser Kontakt stellt sich wieder her.
Warum das passiert
- Bei Panik und Angst aktiviert der Organismus den uralten Mechanismus der „Erstarrung“ (Freeze-Response).
- Statt Flucht oder Kampf „friert“ der Körper ein, um Energieverbrauch zu senken.
- Die Körperwahrnehmung wird gedämpft – als Teil dieses Mechanismus.
Das ist eine biologisch sinnvolle Reaktion in Zeiten starker Überlastung.
Was wichtig ist zu verstehen
- Die fremden Empfindungen bedeuten nicht, dass etwas unwiderruflich verloren ist.
- Die Körperwahrnehmung ist gedämpft, aber sie kehrt zurück, sobald die Angst abnimmt.
- Deine Verbindung zum Körper ist nicht zerstört – sie ist nur vorübergehend verschleiert.
Was hilft
- Sanfter Körperkontakt: die Oberfläche unter den Händen spüren, die Wärme der Haut fühlen.
- Einfache Bewegung: die Finger langsam bewegen, eine leichte Dehnung machen.
- Die Fremdheit annehmen: nicht dagegen ankämpfen, sondern dem Körper erlauben, in jedem Zustand bei dir zu sein.
Der Körper ist da. Er wartet darauf, dass du ihn wieder ohne Angst spüren kannst.
Wie es weitergeht
Der Kontakt zum Körper wird nicht durch Anstrengung hergestellt, sondern durch sanfte, geduldige Rückkehr der Aufmerksamkeit.
Und jedes Mal, wenn du die kleinste Empfindung bemerkst – ist das ein Schritt zurück zu dir selbst.
Wenn du Unterstützung brauchst
Du kannst nutzen:
- Die DPDR-Phasenkarte – um zu sehen, wie sich die Körperwahrnehmung natürlich regeneriert.
- Das Buch – um eine ruhige Stimme ohne Forderungen an deiner Seite zu haben.
- Den Agenten – um durch sanften Dialog in die Realität zurückzukehren.
Dein Körper ist immer bei dir. Auch wenn es scheint, als würdest du ihn nicht fühlen.
Der Körper ist dein Zuhause.
Und du kehrst mit jedem Moment des Vertrauens in ihn zurück.